Reuters meldet heute, dass Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Strategie des Internet-Konzerns Google kritisiert und das Unternehmen zu mehr Transparenz auffordert.
Google entwickle sich gerade weithin unbemerkt zu einem “Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft”, sagte die FDP-Politikerin dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Das Unternehmen müsse die Nutzer aufklären, was mit ihren Daten geschehe, sagte sie in dem am Samstag vorab veröffentlichten Interview. “Da sehe ich eine Bringschuld bei den Unternehmen, da ist vieles noch sehr verbesserungswürdig”, sagte die Ministerin. “Wenn das nicht bald geschieht, sind wir womöglich als Gesetzgeber gefordert”, kündigte sie an.
Leutheusser-Schnarrenberger nannte Dienste wie Google Street View, für den Straßenansichten abfotografiert werden, oder Google Earth mit seinen Satellitenaufnahmen von Grundstücken “rechtlich unbedingt prüfenswert”. Sie störe dieses Vorpreschen, diese Gigantomanie, die auch bei der Google-Buchsuche durchscheint”, sagte die Ministerin. Um die Bedenken zu zerstreuen, müsse der Konzern mehr Transparenz herstellen.
Google wies die Kritik mangelnder Übersichtlichkeit für die Nutzer zurück. Integraler Bestandteil aller Dienstleistungen und der Entwicklung neuer Produkte sei es, den Nutzern volle Transparenz und Wahlmöglichkeit darüber zu geben, sagte Unternehmenssprecher Kay Oberbeck. Der Konzern arbeite ständig an weiteren Verbesserungen in diesem Bereich.
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